Assistenzsysteme, Mitbestimmung, Datenschutz der Beschäftigten

EdTec Lab
Beitrag erstellt am 07.06.2018

Unter dem Titel „Digitalisierte Assistenzsysteme in der Produktion: Arbeitsgestaltung und Mitbestimmung“ veranstaltete der IG Metall Vorstand am 7. Juni 2018 eine Fachkonferenz zur Zukunft der Arbeit. Dr. Rudolf Luz, Leiter Betriebspolitik und Dr. Detlef Gerst, Ressortleiter „Zukunft der Arbeit“, eröffneten die mit mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut besuchte Veranstaltung in der Frankfurter Zentrale des  IG Metall Vorstandes. Prof. Dr. Christoph Igel, Wissenschaftlicher Leiter des EdTec Lab des DFKI, hielt den einführende Hauptvortrag zum Thema „Assistenzsysteme zur Lernunterstützung. Einsatzmöglichkeiten in heterogenen Arbeits- und Bildungsräumen. Weitere Fachvorträge kamen von Referenten der Volkswagen AG sowie des Fraunhofer IAO.

Assistenzsysteme, sichtbar in Form von Tablets, Bildschirmen, Datenbrillen, Robotern oder Scannern, leiten Arbeitsabläufe an, informieren, lehren, prüfen, steuern und dienen als Medium der Kommunikation. Sie helfen, Produktivität zu steigern, Fehler zu vermeiden, den Überblick zu behalten und Gelerntes nicht wieder zu vergessen. Assistenzsysteme sind kombinierbare technische Systeme. Sie bestehen aus Mensch-Maschine Schnittstellen, leistungsfähigen Rechnern, einer datentechnischen Verknüpfung, Datenbanken, Spezialkameras und Messinstrumenten.

Die Leistungsfähigkeit und die Einsatzbereiche von Assistenzsystemen weiten sich mit schneller Geschwindigkeit aus. Damit entsteht für Betriebsräte ein neues Handlungsfeld. Hier gilt es, Assistenzsysteme so auszuwählen und zu gestalten, dass sie gut zur Arbeitsaufgabe passen und die Beschäftigten optimal in der Arbeit unterstützen. Dies bedeutet, dass Assistenzsysteme nicht mit Technikstress einhergehen, dass sie Arbeit qualifikatorisch nicht entwerten und auch nicht den gläsernen Beschäftigten zur Folge haben dürfen. Ziel ist, dass das Assistenzsystem dem Menschen dient, und nicht die Arbeitskräfte in Produktion und Büro zum Assistenten der Technik werden.

Vor diesem Hintergrund fokussierte die Tagung auf der Grundlage von Vorträgen, Diskussionen und eines moderierten Erfahrungsaustausches die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten der betrieblichen Interessenvertretung. Im Fokus standen dabei drei Gegenstandsbereiche: Stand, Entwicklung und Einsatzmöglichkeiten von Assistenzsystemen, weiterhin  mögliche Folgen für Arbeit und Beschäftigung sowie Handlungsmöglichkeiten der Interessenvertretung auf der Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG), des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG).