Personalisierte Lernumgebungen für Studierende gestalten

Projekt tech4comp
Beitrag erstellt am 03.12.2018

Das Verbundprojekt „Personalisierte Kompetenzentwicklung durch skalierbare Mentoringprozesse – tech4comp“ ist Anfang Oktober 2018 gestartet. Unter der Leitfrage „Wie müssen Gestaltungskonzepte aussehen, die die erwiesene Qualität von individuellem Mentoring für den Erwerb von Kompetenzen skalierbar machen?“ erforschen bundesweit acht Projektpartner unter der Konsortialleitung der Universität Leipzig bis März 2022 Konzepte für personalisierte Lernumgebungen und Mentoring für die Studierenden von heute und morgen. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie „Innovationspotenziale digitaler Hochschulbildung“ mit einem Gesamtetat von 7,4 Millionen Euro für die nächsten 42 Monate. Es besteht eine Verlängerungsoption bis September 2024, die im Bewilligungsfall mit weiteren 5,2 Millionen Euro gefördert werden wird.

„Das Projekt reagiert zum einen auf veränderte Lernrealitäten und -zugänge im digitalen Zeitalter. Zum anderen wollen wir der Diversität unserer Studierenden Rechnung tragen und durch Technologie individuelle Zugänge zum Studium ermöglichen“, so Verbundprojektleiter Prof. Dr. Heinz-Werner Wollersheim, Inhaber der Professur für Allgemeine Pädagogik der Universität Leipzig. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Technischen Universität Dresden (TU Dresden), des Educational Technology Labs des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Technischen Universität Chemnitz (TU Chemnitz), der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig), der Freien Universität Berlin sowie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, wie man den Lernprozess von Studierenden bestmöglich begleiten kann. Das Projekt setzt dabei auf technologiegestütztes Mentoring und Mentoringwerkzeuge.

„Die interdisziplinäre Ausrichtung des Projektes ermöglicht uns einen vielseitigen Zugang zum Feld studentischen Lernens: so erschließen wir uns sowohl verschiedene Studiendisziplinen, als auch einen breiten Zugang zu Methoden- und Forschungsansätzen der unterschiedlichen Fachrichtungen.“, betont Prof. Dr. Christoph Igel, Professor für Bildungstechnologie an der Technischen Universität Chemnitz und Wissenschaftlicher Direktor des Educational Technology Lab des DFKI, wo bereits Erfahrung in der Unterstützung von Trainings-, Qualifizierungs- und Bildungsprozessen durch innovative Softwaretechnologien und Anwendungen der Künstliche Intelligenz vorliegen, die auch im Projekt Anwendung finden sollen. Als Testfeld dienen unterschiedlich stark strukturierte Fachbereiche: Mathematik an der HTWK Leipzig, mathematiknahe Fachbereiche an der TU Chemnitz und in der Lehrerbildung die Bildungswissenschaften an der Uni Leipzig und der TU Dresden.

Damit zukünftig Studierende aller Fachrichtungen von den Forschungsergebnissen des Projekts profitieren können, unterstreicht Prof. Dr. Thomas Köhler von der TU Dresden: „Um technologiegestütztes Mentoring nachhaltig in den Hochschulen etablieren zu können, müssen wir die Angebote auf ihre Wirksamkeit hin untersuchen sowie Konzepte zur strukturellen Verankerung bereitstellen, um Lehrende ebenso wie das Personal der Hochschulverwaltungen bei der  Bewältigung damit verbundener Herausforderungen zu unterstützen.“ Auch für die Weiterentwicklung digital gestützter Hochschullehre in Sachsen im Allgemeinen wird dieses Projekt einen wesentlichen Impact bedeuten, insgesamt vier sächsische Hochschulen sind am Verbundvorhaben beteiligt.