Deutschlandfunk im Gespräch mit Prof. Igel zur Zukunft der Arbeit

EdTec Lab
Beitrag erstellt am 01.05.2018

Wenn es um die Zukunft der Arbeit geht, fallen die Prognosen meist düster aus: Roboter und Künstliche Intelligenz werden schon bald einen Großteil unserer Jobs vernichten, heißt es in vielen Studien. So warnen etwa die Oxford-Forscher Carl Frey und Michael Osborne, dass in den kommenden 20 Jahren in den USA fast die Hälfte aller Stellen wegfällt. In Deutschland arbeiten laut einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 25 Prozent der Beschäftigten in Jobs, die irgendwann ein Roboter beziehungsweise eine KI übernimmt.

Doch zumindest aus Sicht  von Experten muss es in der digitalen Arbeitswelt nicht zwingend zu Jobverlusten kommen. Schließlich kann Künstliche Intelligenz bestehende Arbeitsplätze verändern – ohne sie zu ersetzen. Beschäftigte könnten die neuen Freiräume nutzen, um andere schwer automatisierbare Aufgaben auszuüben. Außerdem dürften neue Arbeitsplätze entstehen, denn irgendwer muss all die 3D-Drucker und Roboter schließlich entwickeln und herstellen. In Deutschland gibt es derzeit jedenfalls so viele sozialversicherungspflichtige Jobs wie nie – obwohl schon viele Bereiche in Fertigung und Logistik längst komplett automatisiert sind.

In einem  Punkt sind sich Optimisten und Pessimisten einig: Bildung – vor allem Weiterbildung – wird in Zukunft noch wichtiger. Weil das Wissen immer schneller veraltet, reicht die Erstausbildung immer seltener aus, um im gesamten Arbeitsleben klar zu kommen: Die Zusammenarbeit mit „Kollege KI“ will gelernt sein.  Und auch der Stellenwert, die Bedeutung von reiner Erwerbsarbeit dürfte sich verändern.  Campus & Karriere, die Sendung von Deutschlandfunk diskutiert am 1. Mai 2018, dem Tag der Arbeit, das Thema „Mensch und Maschine – Wie wir in Zukunft arbeiten“ in der Sendung „Campus & Karriere“.

Mit Prof. Dr. Christian Scholz (Universität des Saarlandes), Prof. Dr. Enzo Weber (Universität Regensburg) und Prof. Dr. Christoph Igel (DFKI) geht es dabei um die Fragen: Welche Berufe werden künftig durch Künstliche Intelligenz erledigt, wo ist der Mensch unentbehrlich, welche entstehen komplett neu? Wann wird der Wandel in breitem Umfang spürbar?  Wie müssen Menschen für diese neue Arbeitswelt qualifiziert werden? Und: Verändern KI und Industrie 4.0 die Bedeutung und den Umfang von Erwerbsarbeit? Die Moderation hat Manfred Götzke (Deutschlandfunk)