Assistenzdienste für medizinische Notfallversorgung auf der CeBIT

Projekt ALINA
Beitrag erstellt am 20.03.2017

Auf der diesjährigen CeBIT Messe in Hannover wird ein Exponat des laufenden Verbundprojektes „A.L.I.N.A. – Intelligente Assistenzdienste und personalisierte Lernumgebungen zur Wissens- und Handlungsunterstützung in der Interdisziplinären Notaufnahme“ vorgestellt. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Ziel des Verbundprojektes ist es, intelligente Assistenzsysteme für die nicht-akademischen Berufsgruppen in der Notfallmedizin, Pflegekräfte und Notfallsanitäter, webbasiert via mobiler Endgeräte für ihre berufliche Tätigkeit im gesamtem Verlauf der präklinischen und klinischen Notfallversorgung zur Verfügung zu stellen. Der Nutzung von Methoden und Verfahren der Künstlichen Intelligenz kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Auf diese Weise soll die kontinuierliche berufliche Fort- und Weiterbildung in situ, d.h. im konkreten Notfall, unabhängig von Zeit und Ort maßgeblich unterstützt werden.

Das Projekt ist ein Verbundprojekt und steht unter der Leitung der Interdisziplinären Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen (Prof. Dr. Sabine Blaschke). Es wird in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik der UMG (Prof. Dr. Otto Rienhoff), dem Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz DFKI (Prof. Dr. Christoph Igel), dem GECKO-Institut der Hochschule Heilbronn (Prof. Dr. Martin Haag) und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Klinik für Unfallchirurgie (Prof. Dr. Felix Walcher) durchgeführt.

Nach einer detaillierten Prozessanalyse und Erhebung der Informationsbedarfe sind in Kooperation mit den technologischen Partnern des Projekts (DFKI, HHN) die Assistenzdienste, i.e. Informations-, Prozess-, Kollaborations-, Gerätedienste u.a.,  implementiert worden und stehen nunmehr auf den mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets zur Verfügung. In Kürze startet dann in den beiden Modellkliniken (UMG, UKH) und den angeschlossenen Rettungsdienstkreisen die Erprobungsphase. In dieser Projektphase werden Akzeptanz, Usability und Utility sowie der Lernzuwachs, der durch den Einsatz der Assistenzsysteme erzielt werden kann, wissenschaftlich evaluiert.

Für die CeBIT 2017 wurde im Rahmen des Projekts ein eigenes Exponat entwickelt: Im Zentrum des Demonstrators steht ein klassisches notfallmedizinisches Einsatzszenario der kardiopulmonalen Reanimation. Mit Hilfe des SimMan3G Patientensimulators der Firma Laerdal wurde ein derartiges Szenario entwickelt. Der Messebesucher wird dabei in die Situation des Rettungsdienstes bzw. der Pflegekraft in der Notaufnahme versetzt und mit Hilfe des Assistenzdienstes „Kardiopulmonale Reanimation“ strukturiert durch den Prozess der Reanimation geleitet. Dabei werden aus den erforderlichen medizintechnischen Geräten und dem Patientensimulator zeitgleich relevante Daten ermittelt, die dem Messebesucher ein Feedback über die Effektivität der Maßnahmen vermitteln. Darüber hinaus ermöglichen die Assistenzsysteme auf der Basis etablierter Verfahren der Künstlichen Intelligenz in Abhängigkeit von dem vorhandenen Kompetenzniveau des Anwenders entsprechend adaptierte Wissens- und Lerninhalte anzuzeigen.

Das Exponat des Verbundprojekts A.L.I.N.A. stößt am Stand des DFKI auf ein großes Interesse bei Messebesuchern unterschiedlichster Branchen, etwa der IT-, Digital- und Bildungswirtschaft sowie aus Gesundheitswesen und Medizin. Zum Auftakt der CeBIT 2017 wurde das Funktionsspektrum der KI-basierten Assistenzdienste der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka, im Beisein des CEO und wissenschaftlich-technologischen Direktors des DFKI, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Wahlster demonstriert.